Liebe Gemeinde!
Wie schwer sich der Mensch mit Veränderungen tut, konnte man in letzter Zeit wieder gut beobachten: Egal ob es um die Reform der Führerscheinausbildung, bei Dienstleistungen in Apotheken oder bei Kürzungen im Bundeshaushalt ging – sofort waren Menschen zu hören, die alle Vorschläge in Bausch und Bogen verurteilt haben. Ohne mit einem Wort darauf einzugehen, wie man denn stattdessen auf die Schwierigkeiten, die der Auslöser für die Vorschläge waren, reagieren sollte. Veränderungen und Reformen sind wichtig; so kann es nicht weitergehen – da stimmen viele Leute zu. Aber wehe es ändert sich etwas im eigenen Wohlfühlbereich… In der Kirche ist das oft nicht viel anders – der synodale Weg hat beides gezeigt: den Wunsch und die Bereitschaft zur Veränderung, aber auch das Festklammern an überkommenen Strukturen und Positionen. Das gilt in meinen Augen für das gesamte Spektrum an Meinungen, denn nicht nur „Konservativen“ fiel es schwer, sich eine andere Kirche vorstellen, es gab genauso auch „Liberale“, die blindlings an ihrer Agenda festgehalten haben. Was manchmal fehlte ist die Haltung, die hinter dem ganzen Prozess stehen sollte und die Bischof Genn so beschrieben hat: „Es geht darum, die Meinung des Anderen zu retten.“ Also wo könnte ein Argument, ein Einwand sein, dem ich etwas abgewinnen kann, auch wenn ich die Meinung des Anderen nicht teile. Versuchen Sie es mal: in der Diskussion mit dem Ehepartner, der Arbeitskollegin, den Nachbarn, Menschen aus der Gemeinde… Gerade das Pfingstfest, das wir am letzten Wochenende gefeiert haben, zeigt doch eigentlich auf wunderbare Weise, welcher Schatz und welche Chance in der Vielfalt stecken. Natürlich gab es auch damals die Leute, die gemeckert haben und meinten, die Jünger seien nur betrunken. Wir dürfen und können und sollen aber in vielen Sprachen sprechen, viele verschiedene Meinungen haben. Wer das für Uneinigkeit hält, der verwechselt vielleicht Einigkeit mit Kadavergehorsam. Bewähren muss sich das dann, wenn Entscheidungen getroffen werden, die nicht allen gefallen. Aber auch da liefert die Apostelgeschichte ein Beispiel: Bei der Nachwahl in den Kreis der Apostel war Barabas dem Matthias unterlegen – aber er zog sich nicht schmollend zurück oder zweifelte die Wahl an, sondern stellte sich, zumindest der Legende nach, weiter in den Dienst Jesu und wurde später Bischof. Ein schönes Beispiel dafür, wie man weiter gemeinsam am gleichen Zeil arbeiten kann, findet
Ihr Pastoralreferent Hendrik Werbick










