Liebe Gemeinde!
Ich erlebe gegenwärtig, in der Berichterstattung der Medien wie auch in persönlichen Begegnungen, wie sich ein Teil unserer Gesellschaft von der Politik nicht wertgeschätzt sieht. Sie fühlen sich von den Politikern nicht gesehen und an den Rand gedrängt. Auch in unserer Kirche gibt es dieses Gefühl, wo sich unterschiedliche Lebensvorstellungen und – wünsche nicht mit der Lehrmeinung der Kirche in Übereinstimmung bringen lassen. Das Handeln der Amtsinhaber der Kirche wird dann nicht verstanden. Es ist schwierig mit enttäuschten Menschen in einen Dialog zu treten, weil man gegen empfundene Gefühle nicht diskutieren kann. Ich habe gegenwärtig die Sorge, dass sich immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft verhärten und sie sich anderen Heilslehren zuwenden, die einfache Lösungen versprechen. Lassen Sie sich auch von den Erfahrungen von Abbau und Verlust in ihrem Leben leiten? Das Evangelium dieses Sonntags vom Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl kennt auch die Enttäuschung des Königs, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt, wo aber die Eingeladenen diese Einladung ausschlagen. Die Freude des Königs verwandelt sich in Wut und Zorn. Aber das Evangelium spricht dann davon, dass dieser König nun alle zur Hochzeit einlädt, die zufällig des Weges kommen. Alle sind eingeladen, bis sich der Festsaal gefüllt hat. Diese Einladung unseres Gottes gilt auch uns. Wir alle sind von ihm eingeladen, ohne Ausnahme. Am Sonntag sind wir alle von Gott eingeladen zum Gottesdienst, zu seinem Festmahl. Gott zwingt uns nicht zum Gottesdienst, er lädt ein. Er freut sich über eine Jede und einen Jeden, der kommt und seiner Einladung folgt. In der Komplexität unserer Zeit und unseres Lebens dürfen wir miteinander ein Fest feiern. Wir dürfen neu entdecken: Ich bin von Gott gerufen. Ich habe eine Berufung. Mein Leben dient etwas, das größer ist als ich es bin. Nehmen wir, Sie und ich, an diesem Sonntag die Einladung unseres Gottes an. Feiern wir miteinander ein Fest im Grau unserer Ängste unserer Zeit. Diese Bereitschaft wünsche ich Ihnen und mir.
Ihr Heinz Erdbürger, Pastor










